MOOCs: Freier Wissensfluss, flexible Fortbildung

Wer ein bisschen mit offenen Augen durchs Netz geht, begegnet in letzter Zeit an jeder Ecke MOOCs. MOOCs? Ist nicht der Heimatplanet von Alf, sondern die Abkürzung für Massive Open Online Courses – webbasierte Kurse, die oft auch zu journalistischen Themen angeboten werden.

Das Konzept ist einfach: Interessenten registrieren sich auf einer E-Learning-Plattform und haben dann Zugang zum Lernmaterial. Dazu zählen in der Regel fünf Elemente:

  1. Videos oder besser gesagt Screencasts, in denen die Lehrer ihre Lektionen geben und am Bildschirm die konkrete Anwendung diskutieren.
  2. Links zur Hintergrundlektüre
  3. Aufgaben, die die Teilnehmer alleine oder im Team bis zu einem bestimmten Zeitpunkt lösen sollen
  4. Diskussionsforen, in denen die Teilnehmer Fragen an die Lehrer stellen oder sich untereinander austauschen können. Die Teilnehmer geben sich hier oft selbst Feedback angewandt, da die Lehrer nicht alle eingereichten Lösungen korrigieren können
  5. ein Multiple-Choice-Quiz, in dem die Teilnehmer überprüfen können, wie viel sie tatsächlich mitgenommen haben

Die meisten MOOCs werden auf englisch abgehalten und haben keine Teilnehmerbeschränkung, es können also schon mal mehrere Tausend Teilnehmer aus verschiedenen Kontinenten zusammenkommen. Wegen der unterschiedlichen Zeitzonen der Teilnehmer gibt es meist auch keine Live-Sessions – statt dessen arbeitet sich jeder dann durch die Aufgaben, wenn er/sie gerade Zeit und Lust hat.  Oft ist es auch so, dass von den Tausenden Eingeschriebenen nur ein Bruchteil alle Aufgaben abliefert. (90:10:9:1-Regel). Eigenverantwortung rules – und jeder bestimmt selbst, wie viel er lernen möchte. In den  meisten MOOCs gibt es eine Lektion pro Woche. Wer mal keine Zeit hat, kann so auch nacharbeiten.

Englisch ist auch bei MOOCs die lingua franca

Es gibt viele Anbieter von MOOCs, aber egal, ob sie aus Deutschland, den USA oder den Niederlanden kommen: Alle bieten ihre Kurse auf englisch an. Einer der größten Anbieter von MOOCs kommt aus Deutschland: Iversity.org aus Berlin bietet eine Menge interdisziplinäre Kurse an, von denen einige auch für digital versierte Journalisten interessant sind, etwa „The Future of Storytelling“ oder „Grundlagen der Web-Entwicklung„. Unter den Dozenten sind zahlreiche Hochschul-Professoren.

Speziell auf Journalisten hat sich das Knight Center for Journalism in the Americas an der University of Texas in Austin konzentriert. Hier gibt es regelmäßig MOOCs zu Themen wie Datenjournalismus, Datenvisualisierung, journalistische Projekte entwickeln oder Wahlberichterstattung. Die Resonanz war enorm: an insgesamt sieben Kursen nahmen mehr als 27.000 Leute aus über 150 Ländern teil! Am 3. Februar geht der nächste MOOC zum Thema „Social Media for Journalists“ los:

 

Unter dem Eindruck der NSA-Abhörwahnsinns hat die Deutsche Welle im Dezember 2013 einen Open Online Workshop zum Thema Digital Safety for Journalists angeboten. Hier gab es zwar auch Live-Sessions, die aber alle aufgezeichnet wurden. Vorteil der Live-Sessions: Die Teilnehmer können die Referenten per Chat direkt befragen.

Und dann ist da noch das European Journalism Center, das für Frühjahr 2014 einen MOOC zum Datenjournalismus angekündigt hat:


Hier werden absolute Branchengrößen wie Simon Rogers (Einführung), Nicolas Kayser-Bril (Datenanalyse) oder Alberto Cairo (Datenvisualisierung) die wöchentlichen Lektionen geben.

Journalismus wird durch die Digitalisierung komplexer – speziell, was die (visuelle) Aufbereitung anbelangt. Viele etablierte Journalisten fordern mehr Experimentierfreude und mahnen Fortbildung im Umgang mit neuen Techniken und Tools an. Die MOOCs reagieren auf diese Anforderung und geben den Teilnehmern dabei viel zeitliche und inhaltliche Flexibilität. Dieser „Open Education“-Ansatz zeigt, wie wertvoll das Netz für den freien Fluss des Wissens ist.

 

Dieser Artikel ist zuerst auf dem Blog von Torial – dem Portfolio für Journalisten erschienen

Kurze Einführung in den Datenjournalismus

Bei den Medientagen München habe ich in einem kurzen Workshop die Grundzüge des Datenjournalismus erklärt: Was ist Datenjournalismus? Beispiele für guten Datenjournalismus? Wo finde ich Daten und wie bereinige ich sie? Grafiken erstellen mit dem Datawrapper. Die Präsentation dazu habe ich auf Slideshare veröffentlicht:

Seminar: Herausforderung Echtzeitjournalismus

Vom 7. bis 11. Oktober gebe ich an der Akademie für Publizistik in Hamburg das Seminar „Herausforderung Echtzeitjournalismus“. Es geht ganz praktisch um Recherche in sozialen Netzwerken, Live-Bloggen und Berichten von unterwegs. Abgerundet durch Besuche bei SPIEGEL ONLINE und bei ZEIT ONLINE. Es sind noch Plätze frei.

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Kanalisieren statt kannibalisieren

Das Internet kannibalisiert die Zeitung! Eine Denke, die leider noch immer in vielen deutschen Verlagshäusern herrscht.  Statt strikt in starren Produktionsabläufen zu denken, sollten Medien im Netz zu Marken werden und den richtigen Inhalt zur richtigen Zeit auf dem richtigen Kanal spielen.

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Nachlese: Workshops zu Storytelling und Teasern

Auf der Medien-Sommer-Akademie der Journalistenakademie der Friedrich-Ebert-Stiftung (ganz schön akademisch, das alles) habe ich zwei – praktische – Workshops gehalten: einen zum multimedialen Storytelling und einen zu fesselnden Teasern. Ich habe beide bei slideshare hochgeladen, hier sind sie:

Über die Podiumsdiskussion zum Thema „Die zerbrechliche Demokratie – von Medien-Jägern und Politik-Gejagten“ habe ich ein Scribble-Live-Blog geschrieben.

Die Kollegin Christina Quast hat die MSA13 auf Tumblr begleitet und auf Twitter wurde unter dem Hashtag #msa13 geschrieben.

Medien-Sommer-Akademie für Nachwuchsjournalisten

„Die zerbrechliche Demokratie! Von Medien-Jägern und Politik-Gejagten“ – unter dieses Motto hat die Journalistenakademie der Friedrich-Ebert-Stiftung ihre Medien-Sommer-Akademie am 19. und 20. Juli 2013 in Bonn gestellt. Zielgruppe sind Nachwuchsjournalisten, für die es gleich einen dreifachen Nutzen gibt.

Die Teilnehmer können

  1. … ein medienpolitisches Thema mit hochkarätigen Vertretern aus Medien und Politik diskutieren
  2. … in Praxis-Workshops von Profis Tipps zum journalistischen Handwerk erhalten
  3. … Networking mit anderen Nachwuchsjournalisten sowie Akteuren aus Medien und Politik betreiben

Ich bin selbst auch dort und biete am Samstag, 20. Juli drei Veranstaltungen an:

  1. „Geschichten multimedial erzählen – ohne Streuverluste“. Workshop von 10 – 12 Uhr.
  2. „Leser/innen für Online-Geschichten begeistern: Der fesselnde Teaser!“. Workshop von 13 – 15 Uhr.
  3. „Von Dorfsäuen und Dauerbrennern: Themenkarrieren im Online-Journalismus“. Der Titel gefällt mir am besten… In diesem Erzählcafé von 15.15 Uhr bis 16.30 Uhr berichte ich von meinen Erfahrungen als Homepage-Chef von sueddeutsche.de.

Das komplette Programm hat die Journalistenakademie in einem pdf festgehalten.

Der Teilnehmerbeitrag liegt bei 80 Euro, inklusive Unterkunft und Vollpension im Gustav-Stresemann-Institut. (Link zur Anmeldung). Natürlich dürft Ihr auch gerne für die Veranstaltung trommeln…

Link-Tipps zum Datenjournalismus

In meiner täglich aktualisierten Linksammlung zum Thema Journalismus (mehr darüber lesen Sie im Artikel „Medien-Journalismus.de 27.500 Links später“) sammele ich natürlich auch Hinweise zum Thema Datenjournalismus. Mittlerweile haben sich hier rund 350 Links angesammelt, was mir positiv aufgefallen ist: Immer wieder berichten KollegInnen ausführlich über ihre Herangehensweise zum Thema Datenjournalismus. Natürlich werde ich dieses Sammlung weiter aktualisieren, Hinweise werden gerne aufgenommen.